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16 Apr
2021

Sauberes Trinkwasser dank österreichischer Technik 

Martin Wesian, Firmengründer von Helioz, hatte sich bei einer Reise durch Venezuela Cholera eingefangen, weil er kontaminiertes Wasser getrunken hatte. Daraufhin beschäftigte er sich mit der Wasseraufbereitung und entdeckte die solare Wasserdesinfektion. Diese Methode zur Desinfektion von Wasser erfordert keine Batterien, Filter oder Chemikalien, sondern nur die Kraft der Sonne und eine PET- oder eine Glasflasche. Sie ist nicht neu, wird jedoch nur in wenigen Gegenden angewendet. Wesian entwickelte ein UV-Messgerät, das den Prozess der solaren Wasserdesinfektion messen kann.

Wasserentkeimung über die Sonne

WADI ist ein handgroßes Gerät, das anzeigt, wie mit Hilfe der Sonne kontaminiertes Wasser zu Trinkwasser wird. Das Gerät besteht aus elektronischen Bauteilen, die das UV-Licht der Sonne erfassen und errechnen, wie lange sie eingewirkt hat. Ein lachender Smiley zeigt an, dass das Wasser entkeimt ist.

Das Abkochen des Wassers wird überflüssig, Brennholz und CO2 können dadurch eingespart werden. „Pro Gerät können rund zwei Tonnen CO2 pro Jahr eingespart werden“, sagt Markus Wesian, Geschäftsführer von Helioz. Firmen, die ihre CO2-Bilanz verbessern müssen, können bei Helioz entsprechende Zertifikate erwerben.

Win-Win-Situation

Graf Elektronik in Dornbirn liefert und entwickelte die elektronischen Bauteile für WADI. In einer ersten Charge werden derzeit 70.000 Stück vorgefertigt. Im Vordergrund steht der soziale Zweck, den Menschen den Zugang zu sauberem Wasser zu ermöglichen, so Helmut Feuerstein, Geschäftsführer Graf Elektronik.

Helioz führt derzeit Gespräche mit der indischen Regierung, bei denen es um eine Million Geräte geht. Wenn dann tausende Familien ihr Wasser mit WADI statt mit Holz desinfizieren, ersparen sie sich Geld für Heizmaterial und Firmen verbessern durch die vergebenen Zertifikate ihre CO2-Bilanz. Eine Win-Win-Situation für alle.

 

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